Sonn- und Feiertagsfahrverbot
Für die geschäftsmäßige oder entgeltliche Güterbeförderung gilt an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen grundsätzlich von 0 bis 22 Uhr ein Fahrverbot für Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse sowie für Anhänger hinter Lastkraftwagen. Die Feiertage unterscheiden sich teilweise nach Bundesland.
Ferienreiseverordnung
Vom 1. Juli bis 31. August gilt an Samstagen von 7 bis 20 Uhr ein zusätzliches Fahrverbot auf den in der Ferienreiseverordnung genannten Autobahn- und Bundesstraßenabschnitten. Es betrifft nicht automatisch jede Straße und muss anhand des aktuellen Streckenverzeichnisses geprüft werden.
Gilt das auch für das Begleitfahrzeug?
Das Fahrverbot knüpft an die Fahrzeugart und die zulässige Gesamtmasse an. Ein Begleitfahrzeug ist meist ein Pkw oder ein leichter Transporter und liegt damit unter der Grenze von 7,5 Tonnen. Es wird nicht allein wegen seiner Begleitfunktion vom allgemeinen Sonn- und Feiertagsfahrverbot nach § 30 Absatz 3 StVO oder von der Ferienreiseverordnung erfasst. Entscheidend sind Fahrzeugart und Verwendung.
Das heißt nicht, dass der begleitete Schwertransport fahren darf. Für ihn gelten die einschlägigen Verbote und die Auflagen des Bescheids. Der Bescheid kann außerdem Fahrtzeiten für die gesamte Kolonne vorgeben, also auch für die Begleitung.
Genehmigung und Fahrverbot getrennt prüfen
Die Erlaubnis nach § 29 Absatz 3 StVO oder eine Ausnahmegenehmigung für Fahrzeugmaße ersetzt nicht ohne Weiteres eine erforderliche Ausnahme vom Fahrverbot. Ebenso kann der konkrete Bescheid engere Fahrtzeiten enthalten. Entscheidend ist die Kombination aller einschlägigen Regelungen.
Woran es in der Praxis scheitert
- Der Transport fährt durch mehrere Bundesländer, und nicht jeder gesetzliche Feiertag gilt überall. Das Fahrverbot richtet sich nach den Feiertagen im jeweils befahrenen Bundesland. Ein Feiertag am Zielort bedeutet nicht automatisch, dass die gesamte Strecke betroffen ist, und ein Feiertag unterwegs wird bei einer Prüfung nur für den Startort leicht übersehen.
- Die Fahrtzeit im Bescheid ist enger als das gesetzliche Fahrverbot. Wer nur das Verbot prüft, überschreitet das Zeitfenster.
- Verzögerungen schieben die Fahrt in ein Verbotszeitfenster, und es ist keine zulässige Abstellmöglichkeit geplant.
- Die Ferienstrecken werden aus dem Gedächtnis statt gegen das aktuelle Verzeichnis geprüft.
Dispositionscheck
- Fahrzeugart, zulässige Gesamtmasse und Anhänger prüfen,
- geschäftsmäßige beziehungsweise entgeltliche Beförderung einordnen,
- alle durchfahrenen Bundesländer und dortige Feiertage erfassen,
- Strecke gegen das aktuelle Ferienfahrverbotsnetz prüfen,
- Bescheid auf zusätzliche Fahrtzeitbeschränkungen lesen,
- Ausnahmegenehmigungen auf Geltungsbereich und Nebenbestimmungen prüfen,
- Zeitreserve für Verzögerungen und ein zulässiges Abstellen einplanen.
Bei Verzögerungen
Droht die Einfahrt in ein Verbotszeitfenster, sollte nicht allein aus Termindruck weitergefahren werden. Disposition und Fahrer benötigen vorab einen Eskalationsweg, zulässige Abstellmöglichkeiten und Kontaktinformationen der zuständigen Stellen.
So sieht das in Vivid Data aus
Vivid Data löst Zeitbeschränkungen aus dem Bescheid auf die nächsten sieben Tage auf. Pro Tag und Strecke sehen Sie, wann gefahren werden darf und wann Fahrverbot ist, einschließlich Feiertagen. Regionale Besonderheiten erscheinen nur als Text. Mehr dazu: VEMAGS-Bescheid auslesen und Strecke prüfen.
Amtliche Grundlagen: § 30 StVO und Ferienreiseverordnung.